Foto-Spot in Mývatn
Skútustaðagígar, die Ringkrater am Südufer
Ein Feld grasbewachsener Krater, entstanden durch Dampfexplosionen unter alter Lava, auf einem Rundweg begehbar, mit See und Vogelwelt daneben.
Über Skútustaðagígar, die Ringkrater am Südufer
Route anzeigenAm Südende des Mývatn ist der Boden von Dutzenden runder, grasbewachsener Krater übersät — den Skútustaðagígar. Es sind keine Vulkane: Lava floss einst über nasses Moor, das eingeschlossene Wasser verdampfte schlagartig und sprengte Ascheringe aus dem Untergrund; zweitausend Jahre später liegen sie als weiche grüne Schalen da, mit Wegen dazwischen und außen herum.
Die Formen sind das Motiv. Auf dem markierten Rundweg ordnet sich der Horizont ständig neu: ein Paar auf einem Kraterrand mit dem See dahinter, derselbe Rand von unten als grüner Bogen gegen den Himmel, oder eine weite Aufnahme, in der sich drei, vier Krater zu einer Landschaft überlagern, die es sonst nirgends gibt. Eine längere Brennweite von einem Rand zum nächsten staucht sie zu gestapelten Bögen. Der See liegt im Norden, das Abendlicht kommt also über das Wasser und säumt alles; im Juni reicht es bis Mitternacht, und im kurzen Wintertag modelliert die tiefe Sonne die Krater besser als jeder Sommermittag.
Es ist zugleich der sanfteste Spaziergang der Mývatn-Region — flache Kieswege, ein kurzer Anstieg auf die nächsten Ränder, Bänke und ein Parkplatz direkt daneben. Das passt für Familien, ältere Gäste und alle in unpraktischen Schuhen und macht den Ort zum natürlichen ersten Halt, bevor es auf das härtere Gelände von Dimmuborgir oder Hverir geht.
Zwei örtliche Realitäten. Von etwa Mai bis Juli ist dies eines der wichtigsten Brutgebiete für Wasservögel in Island: auf den markierten Wegen bleiben, Moor und Gras meiden und Brutsperrungen respektieren — hier verlässt man den Pfad nicht für einen besseren Winkel. Und Mývatn heißt Mückensee: bei warmem, windstillem Wetter ab dem späten Frühjahr sind die Schwärme dicht genug, um einen Termin zu ruinieren. Sie stechen nicht, kommen aber überallhin; ein Kopfnetz in der Tasche und ein Tag mit Brise sind die beiden Antworten.
Beste Zeit zum Fotografieren
Abendlicht vom See; die tiefe Wintersonne modelliert die Kraterschalen am besten
Tipps
Auf den markierten Wegen bleiben — vom Frühjahr bis zum Hochsommer ist das ein Brutschutzgebiet. Kopfnetz gegen Mücken für warme, windstille Tage einpacken.
Weitere Orte in Mývatn
Dimmuborgir, die Lavastadt und ihr Kirchenbogen
Ein eingestürztes Lavafeld aus schwarzen Türmen, Bögen und hohlen Säulen, mit einem Pfad, der an der Kirkjan endet — einem natürlichen Gewölbe, das man die Kirche nennt.
Hverir am Námafjall, der dampfende orangefarbene Boden
Ein Geothermalfeld aus kochenden Schlammtöpfen, brüllenden Dampfschloten und ockerfarbener Erde unter einem kahlen Rücken — Islands bester Ersatz für einen anderen Planeten.
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