Paarshooting am schwarzen Strand: Reynisfjara, Vík und Diamond Beach

Photo Iceland·

Schwarzer Sand ist der Grund, warum die meisten Paare Islands Südküste auf die Liste setzen — und der Grund, warum viele mit Fotos nach Hause kommen, die mit den erträumten wenig zu tun haben. Am Sand liegt es nie; am Meer, am Wind und an einem Parkplatz, der um zehn voll ist, schon. Hier sind die drei Strände, an denen unsere Fotografen tatsächlich mit Paaren arbeiten — Reynisfjara, der Stadtstrand von Vík und Diamond Beach —, was jeder von ihnen hergibt, und die Regeln, die das Shooting sicher machen.

Warum schwarzer Sand Haut und Farben schmeichelt

  • Keine Reflexion von unten. Heller Sand wirft Licht ins Gesicht: zusammengekniffene Augen, hartes Licht unter dem Kinn. Schwarzer Sand schluckt es, sodass alles Licht aus einer einzigen weichen Richtung kommt — vom Himmel — und die Haut ihre Wärme behält.
  • Farben stehen frei. Auf dem Foto wird der Sand zu tiefem Anthrazit, nicht zu reinem Schwarz, und was ihr tragt, liegt darauf wie Farbe auf Schiefer: Rost, Senf, Smaragd, Creme, Weiß. Sogar ein schwarzer Mantel funktioniert.
  • Nasser Sand spiegelt. Direkt nachdem eine Welle zurückgelaufen ist, reflektiert der Wasserfilm den Himmel — und ihr bekommt eine Spiegelung in voller Länge, das Bild, nach dem alle fragen.
  • Graue Tage funktionieren. Bedeckter Himmel über Reynisfjara ist eine riesige Softbox: keine Schatten, kein Blinzeln, sattere Farben. Wegen Wolken sagt man nicht ab.

Die drei Strände im Vergleich

Reynisfjara — Basaltsäulen und die Felsnadeln von Reynisdrangar

Der berühmte Strand, fünfzehn Minuten westlich von Vík um den Berg herum: die Basaltsäulen von Garðar, gestapelt wie eine Orgel, die Höhle Hálsanefshellir und die Felsnadeln Reynisdrangar vor der Küste. Dramatisch, kontrastreich, wie aus einem Film — und von zehn bis siebzehn Uhr voll. Parken und Zugang: Seite zu Reynisfjara.

Regeln gegen Sneaker Waves — nicht verhandelbar:

  • Dem Meer nie den Rücken zukehren. Euer Fotograf beobachtet die See, während ihr in die Kamera schaut; das gehört zum Job.
  • Auf trockenem Sand bleiben. Nasser Sand heißt: Vor wenigen Minuten war hier eine Welle, und sie kommt wieder. Die nächste kann dreißig Meter weiter den Strand hinauflaufen als die zehn davor.
  • Die Warnampel am Strandeingang beachten. Grün: normale Vorsicht, weit zurückbleiben. Gelb: nur am oberen Strand. Rot: gar nicht erst zur Wasserlinie hinunter — wir fotografieren dann oben bei den Säulen oder wechseln nach Vík. Hier sind Menschen ums Leben gekommen, und jeder von ihnen tat gerade etwas, das in dem Moment vernünftig aussah.
  • Keine Fotos mit den Füßen im Wasser und kein „Lauf auf die Welle zu“.

Vík — der ruhigere Stadtstrand mit Blick auf die Kirche

Víkurfjara liegt auf der anderen Seite des Reynisfjall: dieselben Felsnadeln aus einem anderen Winkel, keine Säulen, ein Bruchteil der Menschen. Die Kirche mit dem roten Dach steht auf dem Hügel über dem Ort, sodass sich ein Shooting in Vík von selbst in zwei Hälften teilt — unten im Sand mit den Nadeln im Rücken, dann oben an der Kirche mit der ganzen Bucht darunter. Sneaker Waves gibt es auch hier, dieselben Regeln gelten, aber der Strand ist lang und es gibt Platz, um zurückzubleiben.

Diamond Beach — Eis auf Sand

Zweieinhalb Stunden weiter östlich, neben Jökulsárlón. Eisberge aus der Gletscherlagune treiben durch den Kanal hinaus und werden zurück auf den schwarzen Sand gespült. Blaues und glasklares Eis auf Anthrazit — Diamond Beach ist am besten nach einem Sturm oder einem Tag mit kräftigem auflandigem Wind, wenn sich der Strand füllt; nach ruhigen Tagen kann er fast leer sein. Der Winter bringt mehr und größere Brocken, der Sommer kleinere, klarere, die schnell schmelzen. Nie auf einen Eisberg klettern (sie kippen), nie zwischen einem großen Block und der Brandung stehen, und die Wellenregeln sind identisch.

StrandMarkenzeichenAndrangAb VíkAm besten für
ReynisfjaraSäulen, Höhle, FelsnadelnStark 10–17 Uhr15 Min.Drama, Verlobung
Strand von VíkFelsnadeln und KircheGering5 Min.Ruhe, Elopements
Diamond BeachEis auf SandMittel2 Std. 30Winter, Flitterwochen

Licht nach Uhrzeit

  • Sommer (Juni–Juli). Die Sonne geht gegen Mitternacht unter und gegen drei wieder auf. Goldenes Licht 21:00–23:30 und wieder 3:30–6:00. Mittags steht das Licht hart von oben, ohne Aufhellung vom Sand; wir buchen 21:00 oder 5:00.
  • Nebensaison (April–Mai, August–September). Sonnenaufgang gegen sechs, Untergang gegen neun oder zehn: echte goldene Stunden zu menschlichen Zeiten, weniger Leute, günstigere Zimmer.
  • Winter (November–Januar). Die Sonne kommt kaum über den Horizont — auf gegen elf, unter gegen halb vier. Der ganze Tag ist goldene Stunde, nur eben kurz; eine Session von 11:30 bis 14:30 deckt alles ab.

Wind, Haare und die Kleiderfrage

Die Südküste ist windig. Zehn bis fünfzehn Meter pro Sekunde sind ein normaler Tag; über zwanzig verschieben wir.

  • Haare. Offenes Haar wirkt wie Bewegung und kann wunderschön sein; es verdeckt aber in der Hälfte der Bilder das Gesicht. Haargummi mitnehmen und halb offen, halb hochgesteckt fotografieren. Mit dem Gesicht in den Wind oder Wind von der Seite — nie mit dem Rücken dazu.
  • Kleider. Das Gewicht entscheidet. Chiffon ist bei fünf Metern pro Sekunde traumhaft und bei zwölf ein Segel; schwererer Crêpe, Satin und Wolle halten die Form. Ein langer Mantel über dem Kleid ist der Island-Look: Camel, Schwarz oder Creme über Farbe.
  • Darunter. Thermowäsche unter allem — zitternd lächelt niemand. Flache Stiefel sehen auf schwarzem Sand richtig aus.

Mehr dazu unter Was anziehen zum Fotoshooting in Island.

Ein Plan mit Übernachtung in Vík

Tag 1. Fahrt ab Reykjavík — zweieinhalb Stunden ohne Halt, vier bis fünf mit Seljalandsfoss und Skógafoss. Einchecken, dann die Abendsession in Reynisfjara: im Sommer 21:00–23:00, im Winter 13:30–15:30. Übernachtung in Vík.

Tag 2. Frühe Session am Strand von Vík und oben an der Kirche: im Sommer 5:00–7:00, im Winter 10:30–12:00. Danach ostwärts nach Jökulsárlón (2 Std. 30) für Diamond Beach im Nachmittagslicht — oder am nächsten Morgen, wenn ihr in der Nähe von Höfn schlaft.

Ein Fotograf kann für beide Sessions mitreisen, oder ihr bucht einen im Süden und einen im Osten — siehe Fotografen-Seite.

Wintereis oder Sommergrün

Im Sommer sind die Klippen des Reynisfjall grün von Gras und Moos, von Mai bis August brüten dort Papageitaucher, und das Licht hört nie wirklich auf. Im Winter ist die Palette schwarz-weiß: Schnee auf den Klippen, Eis im Sand, die Sonne den ganzen Tag tief, und in klaren Nächten Polarlichter über demselben Strand. Diamond Beach hat im Winter seinen Höhepunkt; die grüne Saison steht Reynisfjara und Vík.

Posen, die auf unebenem Boden funktionieren

  • Gehen statt stehen. Hand in Hand auf der trockenen Seite der Wasserlinie, Fotograf voraus. In Bewegung verschwindet unebener Boden.
  • Beide Füße setzen. Aneinanderlehnen mit leicht gespreizten Füßen. Keine Posen auf einem Bein, keine Küsse auf Zehenspitzen im Kies.
  • Sitzen. Mantel auf dem Sand ausgebreitet, einander zugewandt, oder einer zwischen den Knien des anderen mit Blick auf die Felsnadeln.
  • Die Säulen. Zweite oder dritte Stufe, nebeneinander, Füße auf gleicher Höhe — nur bei grüner Ampel und mit dem Fotografen zum Meer.
  • Stirn an Stirn. Die windfeste Pose.

Kurze Zeittabelle

MonatSonnenauf-/-untergang (Vík, ca.)Bestes FensterHinweise
Dezember–Januar11:00 / 15:3011:30–14:30Eis, Schnee, wenig Leute
März7:30 / 19:107:30–9:00, 18:00–19:30Langes Licht, kalt
Juni3:00 / 23:4521:00–23:30, 4:00–6:00Grüne Klippen, Papageitaucher
September6:40 / 19:456:30–8:30, 18:30–20:00Polarlichter ab Monatsmitte möglich

Bucht ein Paarshooting mit einem Fotografen, der diese Strände kennt — und der die ganze Session über ein Auge auf dem Meer hat.

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